Hoch auf dem gelben Wagen

Rudolf Baumbach, 1840-1905

Hoch auf dem gelben Wagen  sitz ich beim Schwager vorn'.
Vorwärts die Roße traben, lustig schmettert das Horn.
Felder und Wiesen und Auen, leuchtendes Ährengold.
|: Ich möchte ja so gerne noch schauen, aber der Wagen, der rollt. :|

2. Postillon in der Schenke füttern die Roße im Flug.
Schäumendes Gerstengetränke reicht mir der Wirt im Krug.
Hinter den Fensterscheiben lacht ein Gesicht gar hold.
|: Ich möchte ja so gerne noch bleiben, aber der Wagen, der rollt. :|

3. Flöten hör ich und Geigen, lustiges Baßgebrumm.
Junges Volk im Reigen tanzt um die Linde herum,
Wirbelt wie Blätter im Winde, jauchzet und lacht und tollt.
|: Ich bliebe ja so gern' bei der Linde, aber der Wagen, der rollt. :|

4. Sitzt einmal ein Gerippe  dort beim Schwager vorn',
Schwenkt statt der Peitsche die Hippe, stundenglas statt des Horns,
Sag ich: Ade nun, ihr Lieben, die ihr nicht mitfahren wollt.
|: Ich wäre ja so gerne noch geblieben, aber der Wagen, der rollt. :|

5. Hoch auf dem gelben Wagen sitz ich beim Schwager vorn.
Wir hatten in uns'rem Magen 20 Biere und 25 Korn
Wir konnten nicht stehen noch schauen vor lauter Gerstengold
|: Wir wollten so gerne noch brauen, aber der Magen der grollt! :|

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