Guter Mond, du gehst so stille durch die Abendwolken
hin.
Deines Schöpfers weiser Wille hieß
auf jene Bahn dich zieh'n.
Leuchte freundlich jedem Müden in das stille
Kämmerlein
Und dein Schimmer gieße Frieden ins
bedrängte Herz hinein!
2. Guter Mond, o gieße Frieden in das arme
Menschenherz.
Wende von dem Schmerz hienieden uns're Seele
himmelwärts.
Mild und freundlich schaust du nieder von des
Himmels blauem Zelt,
Und es tönen unsre Lieder hell hinauf zum
Herrn der Welt.
3. Guter Mond du wandelst leise an dem blauen
Himmelszelt,
Wo dich Gott zu seinem Preise hat als Leuchte
hingestellt
Blicke traulich zu uns nieder durch die Nacht
aufs Erdenrund.
Als ein treuer Menschenhüter tust du Gottes
Liebe kund.
4. Guter Mond, du gehst so stille in den Abendwolken
hin,
Bist so ruhig, und ich fühle, daß ich
ohne Ruhe bin.
Traurig folgen meine Blicke Deiner stillen, heitern
Bahn.
O wie hart ist mein Geschicke, daß ich dir
nicht folgen kann.
5. Guter Mond, dir will ich's sagen, was mein
banges Herze kränkt,
Und an wen mit bittren Klagen die betrübte
Seele denkt!
Guter Mond, du kannst es wissen, weil du so
verschwiegen bist,
Warum meine Tränen fließen und mein
Herz so traurig ist.
6. Ach, daß auch in uns're Herzen Himmelsruhe
zöge ein,
Daß wir immer frei von Schmerzen, stets
zufrieden möchten sein!
Sanft umströmet uns dein Schimmer, klarer
milder Mondenschein
Menscheherz, o daß du immer wärst wie
dieses Licht so rein!
1. Dort bei jenem kleinen Tale, wo die dunklen
Bäume stehn,
Nah bei jenem Wasserfalle wirst du meine Hütte
sehn.
Geh durch Wälder, Bach und Wiesen, blicke
sanft durchs Fenster hin,
So erblickest du Elisen, aller Mädchen
Königin.
2. Nicht in Gold und nicht in Seide wirst du
dieses Mädchen sehn,
Nur im schlichten weißen Kleide pflegt
mein Mädchen stets zu gehn.
Nicht vom Adel, nicht vom Stande, wen man sonst
so hoch verehrt,
Nicht vom eitlen Mode-Tande hat mein Mädchen
seinen Wert.
3. Nur ihr Reiz, ihr gutes Herze, macht sie
liebenswert bei mir,
Gut im Ernste, froh im Scherze, jeder Zug ist
gut an ihr.
Ausdrucksvoll sind die Gebärden, froh und
heiter ist ihr Blick,
Kurz, von ihr geliebt zu werden, halt ich für
das größte Glück.
4. Mond, du Freund der reinsten Triebe, schleich
dich in ihr Kämmerlein;
Sag es ihr, daß ich sie liebe und daß
sie nur ganz allein
Mein Vergnügen, meine Freude, meine Lust,
mein Alles ist,
Daß ich gerne mit ihr leide, wenn ihr Aug'
in Tränen fließt.
5. Daß ich aber schon gebunden, und nur
leider! zu geschwind
Meine süßen Freiheitsstunden schon
für mich entschwunden sind;
Und daß ich nicht ohne Sünde lieben
könne in der Welt.
Lauf und sag's dem guten Kinde, ob ihr diese
Lieb' gefällt?
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