Annchen von Tharau ist, die mir
gefällt,
Sie ist mein Leben, mein Gut und mein
Geld.
Annchen von Tharau hat wieder ihr
Herz
Auf mich gerichtet in Lieb' und in
Schmerz.
Annchen von Tharau, mein Reichthum, mein
Gut,
Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!
Käm' alles Wetter gleich auf uns zu
schlahn,
Wir sind gesinnet bei einander zu stahn.
Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und
Pein
Soll unsrer Liebe Verknotigung seyn.
Annchen von Tharau, mein Licht, meine
Sonn,
Mein Leben schließ' ich um deines herum.
Recht als ein Palmenbaum über sich
steigt,
Je mehr ihn Hagel und Regen anficht;
So wird die Lieb' in uns mächtig und
groß
Durch Kreuz, durch Leiden, durch allerlei Noth.
Annchen von Tharau, mein Reichthum, mein
Gut,
Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!
Würdest du gleich einmal von mir
getrennt,
Lebtest, da wo man die Sonne kaum
kennt;
Ich will dir folgen durch Wälder, durch
Meer,
Durch Eis, durch Eisen, durch feindliches
Heer.
Was ich gebiete, wird von dir gethan,
Was ich verbiete, das läßt du mir
stahn.
Was hat die Liebe doch für ein
Bestand,
Wo nicht Ein Herz ist, Ein Mund, Eine
Hand?
Wo man sich peiniget, zanket und
schlägt,
Und gleich den Hunden und katzen
beträgt?
Annchen von Tharau, das woll'n wir nicht thun;
Du bist mein Täubchen, mein Schäfchen,
mein Huhn.
Was ich begehre, ist lieb dir und
gut;
Ich laß den Rock dir, du läßt
mir den Hut!
Dies ist uns Annchen die süsseste
Ruh,
Ein Leib und Seele wird aus Ich und
Du.
Dies macht das Leben zum himmlischen
Reich,
Durch Zanken wird es der Hölle gleich.
 |