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Tja, ich will mich endlich mal dranmachen 
und
etwas aus meinem Leben zu erzählen:

Als echte "Hamburger Deern" erblickte ich am 16. Oktober 1939 im Stadtteil Eimsbüttel das Licht der Welt. Bei meiner Geburt herrschte anfangs grosse Ratlosigkeit. Meine Eltern waren felsenfest davon überzeugt, dass es wieder ein Junge sei und hatten NUR den Namen Klaus parat. 
So war ich ein paar Tage ein Fräulein "Namenlos"!

Am 10. Dezember, dem Geburtstag meiner Mutter Herta wurde ich dann 
mit Elbwasser auf den Namen Ellen Wilma getauft.


 

Das erste Weihnachtsfest im Kreise der Familie

 

Es ist das einzige Bild von mir als Baby... 
denn der 2. Weltkrieg hatte ja kurz vor meiner Geburt begonnen.

Links seht Ihr meine Grosseltern väterlicherseits: Oma Hermine und Opa Henry.

In der Mitte das bin ich auf  Mutters Schoss, daneben mein Bruder Rolf und dahinter Opa Paul, der Stiefvater meiner Mutter.

Rechts vorne meine Oma Grete, dahinter schmettert mein Vater Werner wohl grad ein Weihnachtslied. Geknipst hat das ganze Onkel Rudolf, der Bruder meiner Mutter.


Weil in Hamburg die Bomben fielen, reiste meine Mutter mit meinem Bruder und mir 1941 nach Dresden.

Dort gab es Verwandte und wir wohnten etwa 1 Jahr in einem Ziegeleiwerk. Die Kinderkarre war zwar immer dabei, aber meist düste der grosse Bruder damit durch die Gegend.

   

Spielgefährten gab es auch genug, und wir haben so allerlei Spaß gehabt. 
Die Birke hinter dem Zaun gibt es immer noch, denn bei einem Besuch 
vor einigen Jahren habe ich das doch tatsächlich wieder gefunden.  

Selbst ein damaliger Buttje wohnt dort noch - 
ist natürlich auch ein bisschen älter geworden.


Vater kam mal als Soldat auf Urlaub, da mussten doch die Stiefel anprobiert werden. Bin ganz stolz damit herumspaziert.

Einige Zeit sind wir noch in der Koldingstrasse in Hamburg geblieben, da war die nächste Reise fällig. Diesmal aber nicht so weit, sondern nur nach Salzhausen in die Lüneburger Heide.

Ein Glück für uns, denn in Hamburg wurde unser Haus von Bomben zerstört. So blieben wir in dem Ort hängen und auch mein Vater kam aus der Kriegsgefangenschaft dorthin.

Meine Mutter half bei den Bauern aus, und so hatten wir immer genug zu Essen - mein Vater war mehr für flüssiges Brot zu haben, war nicht einfach und hat unsere Kindheit doch manches Mal ziemlich belastet.

In dem Ort gab es ein tolles Freibad, da zog es meinen Bruder und mich hin, sobald es das Wetter zuließ.

So einen richtigen Schwimmverein gab es noch nicht, war alles in der Hand von freiwilligen Helfern.

Mit 6 Jahren habe ich meinen Freischwimmer gemacht, später die Fahrtenschwimmer-Prüfung und auch an einigen Schwimm-Wettbewerben teilgenommen.

Mein Bruder war ein As darin, der hätte mit den vielen Urkunden glatt sein Zimmer tapezieren können.

 

Immer diese Fotografiererei mit Lächeln - 

da dürfen doch auch mal Faxen gemacht werden - sieht doch lustig aus, oder? 

Uns hat es damals jedenfalls Spaß gemacht.

Durch den Umgang mit meinem Bruder und seinen Freunden war ich fast wie ein Junge, und wenn jemand fehlte, musste Schwesterchen auch beim Fußball als Torwart aushelfen.

 


 

Ausflüge und Wanderungen in die wunderschöne Lüneburger Heide wurde viel
 gemacht, meist mit Onkel Rudolf, dem Bruder meiner Mutter.

Der kam oft und gerne übers Wochenende mal eben mit dem Fahrrad aus Hamburg angereist. 
Auch eine Untermieterin, die bei uns mit wohnte, nahm gerne daran teil.

Der Stock wurde aber NUR zum Wandern benutzt, 
wir waren FAST immer artig und sooooooo brav :-))))


Hier besuchte ich 8 Jahre die Volksschule (damals gab es noch keine neun Jahre) 
und wurde dort auch konfirmiert. Als einzige musste ich beim Fototermin auf der
 Konfirmation einen Mantel anziehen, war darüber nicht gerade begeistert !

   

Mein Konfirmationsspruch

"Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet"  
(Römer 12, Vers 12)

hat mich immer begleitet und mir in vielen Situationen sehr geholfen.


Mein Bruder Rolf fuhr täglich mit dem Bus nach Lüneburg und ging dort aufs Gymnasium, ich konnte das aus gesundheitlichen Gründen leider nicht. War auch sehr oft auf Kinderkuren und ging sogar teilweise in St. Peter-Ording und auf der Nordseeinsel Langeoog zur Schule.

Die Ferien verbrachte ich bei meinen Grosseltern in Hamburg, wo ich von meiner Oma Grete auch plattdeutsch lernte. Sie und Opa Paul hatten nur wenig, aber sie haben mir so viel Liebe gegeben und das war viel wichtiger, als alles materielle.

Erst Ende 1954 bekamen wir wieder eine Wohnung in Hamburg, wo ich noch 2 Jahre auf die Staatliche Handelsschule ging.


Mein Berufsziel war eigentlich Kinder- und Säuglingsschwester, aber bei einem Praktikum in einem Kinderheim in Westerland / Sylt stellte sich heraus, dass ich dafür gesundheitlich nicht geeignet war. Was nun ????? Da ich schon immer gerne gerechnet habe, fing ich bei einer Firma in der Buchhaltung als Anlernling an, 90,-- DM war mein Anfangsgehalt !! Im Laufe der Jahre habe ich mich dann in der Branche hochgearbeitet, später bei einem Steuerberater meine Brötchen verdient und wegen der Kinder auch teilweise im Hause die Buchführung für Geschäftsleute gemacht.

Computer und Rechenmaschinen gab es noch nicht, wurde alles fein säuberlich mit der Hand geschrieben und per Kopf gerechnet.